Trumps protektionistische Handelspolitik hat ihre Ziele verfehlt

Abstract

Nach seiner Wahl hat Donald Trump recht schnell seiner angekündigten America-First-Strategie Taten folgen lassen. So standen aggressive Interventionen im Zentrum von Trumps Handelspolitik. Ihm ging es vor allem darum, Produktionsstätten und Arbeitsplätze, die ins Ausland verlagert wurden, wieder zurück in die USA zu holen und Handelsbilanzdefizite zu senken. Es zeigt sich aber, dass die zahlreichen handelspolitischen Interventionen nur begrenzt Spuren in den Handelsströmen mit den wichtigsten Partnern hinterlassen haben. Lediglich beim Handel mit China ging das Defizit kurzzeitig etwas zurück. Die 2018 eingeführten Importzölle auf chinesische Güter haben auch dazu geführt, dass das verarbeitende US-Gewerbe, das auf Importe aus China als Vorleistungen angewiesen ist, dadurch mit höheren Produktionskosten zu kämpfen hat. Auch für den neuen US-Präsidenten Joe Biden ist China der größte Konkurrent im Welthandel. Während Trump allerdings auf Alleingänge setzte, beabsichtigt Biden, internationale Allianzen zu suchen, um die Verhandlungsposition gegenüber China zu verbessern. Diese Chance sollte die Europäische Union rechtzeitig ergreifen.

Publication
DIW Wochenbericht 50 / 2020, S. 960-969
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Paul Berenberg-Gossler
Research Associate

I am currently a PhD candidate at the Hertie School of Governance. My research interests include International Finance/Macro, International Trade, Social Data Science, and Political Economy.